Machen wir unsere Kinder zu Aktionären

Um das Finanzwissen unserer Kinder und Jugendlichen ist es nicht gut gestellt.

Das ergab zuletzt eine Studie der Arbeiterkammer und der Universität Innsbruck. Dabei ist mangelndes Wissen einer der Hauptgründe warum viele Menschen nicht in ertragreiche Anlageformen investieren.

Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken macht sparen nicht nur unattraktiv, sie schafft auch eine Generation ohne ausreichende private Altersvorsorge und birgt damit die Gefahr der Altersarmut für einen großen Teil unserer Gesellschaft. Das hat auch verheerende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, wenn diese Gruppe als Konsumenten ausfällt, so Michael Posselt, Fachgruppenobmann der FG Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol. Doch mit zinslosem sparen allein lässt sich die sich auftuende Lücke nicht schließen. Was es dazu braucht, ist finanzielle Bildung, die schon in der Volksschule anfängt und Kindern die wesentlichen Zusammenhänge von Wirtschaft, Unternehmen und Gewinnen sowie sich daraus ergebenden Zinsen und Renditen erklärt, so Posselt. Und diese Aufgabe komme nicht nur den gewerblichen Finanzdienstleistern zu, nimmt der Kammerfunktionär die Lehrer in die Pflicht. Viele sehen nämlich in den Schulen den Ausgangspunkt der Misere. Dabei lasse ein Blick auf die Lehrpläne deutlich mehr Wirtschafts- und Finanzbildung zu, als letztendlich bei den Jugendlichen vorhanden ist, so Posselt. So sollten laut Lehrplan der dritten Klassen AHS und NMS volkswirtschaftliche Zusammenhänge gelehrt werden. Die weltweite Verflechtung der heimischen Wirtschaft, das Erfassen der grundlegenden Zusammenhänge der Marktprozesse, aber auch das wirtschaften im privaten Haushalt sind im Lehrplan verankert, in Mathematik auch die Zinsrechnung. Allerdings lässt der Lehrplan Spielraum für individuelle Schwerpunktsetzungen im Unterricht und diese werden für andere Themen genutzt.

Dabei sind Kinder und Jugendliche durchaus an wirtschaftlichen Zusammenhängen und dem Umgang mit Geld interessiert. Sie alle erleben den täglichen Einsatz von Geld und beginnen schon früh damit, eigene ökonomische Entscheidungen zu treffen und Geld auszugeben. Man sollte daher schon im Volksschulalter beginnen, ein Grundverständnis für Geld und Wirtschaft zu fördern. Darauf aufbauend kann in der Unterstufe auf die Themenbereiche sparen und anlegen in Verbindung mit Zinsen, Inflation aber auch Risiko eingegangen werden. Dabei geht es nicht darum, aus jedem Schüler einen Finanzexperten oder Börsenspezialisten zu machen, sonder darum, zu erkennen, welche finanziellen Herausforderungen auf jeden von uns zu kommen und von welchen Konzepten und Zusammenhängen man eine Ahnung haben muss, um diese besser einschätzen und bewältigen zu können. Und da gehört die private Altersvorsorge zwangsläufig dazu.


Wirtschaftskammer Tirol
Sparte Information & Consulting/
Fachgruppe Finanzdienstleister
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Wir müssen unsere Kinder zu Investoren machen!

Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken macht sparen nicht nur unattraktiv, sie schafft langfristig auch eine Generation ohne ausreichende private Altersvorsorge.

Das birgt die Gefahr der Altersarmut für einen großen Teil unserer Gesellschaft. Wenn diese Gruppe als Konsumenten ausfällt, hat das verheerende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft. Doch mit zinslosem sparen allein lässt sich die sich auftuende Lücke nicht schließen. Was es jetzt braucht, ist finanzielle Bildung, die schon in der Volksschule anfangen muss. Kindern werden somit schon früh die wesentlichen Zusammenhänge von Wirtschaft, Unternehmen und Gewinnen und staatlichen Auf- und Ausgaben erklärt.
Diese Aufgabe kommt aber nicht nur uns Finanzdienstleistern, sondern einer großen Gruppe von Stakeholdern zu. Voraussetzung ist aber, dass wir das wirklich wollen. Immerhin geht es um die Zukunft unserer Kinder, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Dr. Michael Posselt
Fachgruppenobmann Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol
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Anleger lassen Aktien links liegen

und verpassen günstige Einstiegsmöglichkeiten

In einer repräsentativen Umfrage des Flossbach von Storch Research Institutes unter mehr als tausend Befragten zeigten sich 72% im Hinblick auf die Entwicklung der Börsen optimistisch. Dennoch sehen nur 18% aktuell gute Einstiegsmöglichkeiten für Aktieninvestments. 40 Prozent misstrauen Aktien, egal ob Coronakrise oder nicht. Selbst auf die Frage wie sie Geld für ihre Kinder regelmäßig und langfristig anlegen würden wählen 35 Prozent das Sparbuch und nur jeder Fünfte würde in Aktien oder Aktienfonds investieren.

Dabei bietet die aktuelle Situation neben Herausforderungen durchaus auch Chancen für ausgewählte Qualitätsaktien. Diese würden von den derzeitigen Rahmenbedingungen (niedrige Zinsen und Förderungen von Investitionen) doppelt profitieren, so Bert Flossbach, einer der Gründer des Vermögensverwalters.

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Wohnkredite: Nebenkosten sind nicht der entscheidende Faktor

Wichtig ist ein individuell abgestimmtes Kreditmodell, das Sicherheit in Hinblick auf Laufzeit, Rückzahlungsbedingungen und Ratehöhe gibt.

Die aktuell niedrigen Zinsen machen die Finanzierung eines Eigenheims für Konsumenten sehr günstig. Was vielen Kreditnehmern auf den ersten Blick jedoch auffällt, sind vermeintlich hohe Kosten beim Abschluss. Diese setzen sich aus den Kauf- und Finanzierungsnebenkosten zusammen und beinhalten u.a. die Grundbucheintragungsgebühr, die Schätzgebühr für die Immobilie, die Beurkundungsgebühr, das Legitimationsentgelt, das Entgelt für die Bonitätsauskunft sowie die Bearbeitungsgebühr für die Bank beziehungsweise das Entgelt für einen Kreditvermittler. Die Summe dieser Kosten wird mit dem Effektivzins abgebildet, welcher neben dem Sollzins sämtliche Kosten im Zusammenhang mit der Wohnbaufinanzierung beinhaltet. „Der so ermittelte Effektivzinssatz sowie die Gesamtkosten beziehungsweise der über die gesamte Finanzierungslaufzeit zu zahlende Gesamtbetrag sind eine sehr gute Basis für den Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote“, so Christoph Kirchmair, Geschäftsführer des unabhängigen Kreditvermittlers Infina und Fachgruppenobmann-Stellvertreter in der Wirtschaftskammer Tirol.

Der ausschließliche Vergleich von Kreditkonditionen kann aber nicht die persönliche Beratung ersetzen. Keine Finanzierung ist wie die andere und die persönliche Lebenssituation und -planung des Kreditnehmers müssen berücksichtigt werden, insbesondere da eine Wohnbaufinanzierung über einen sehr langen Zeitraum ausgelegt ist. Die Bedarfsanalyse, Beratung sowie Begleitung des gesamten Finanzierungsprozesses durch einen ungebundenen Kreditvermittler bieten hier Sicherheit für den Konsumenten. Zudem kann im individuellen Kreditvergleich auf eine Fülle von Kreditprodukten unterschiedlichster Banken und Bausparkassen zurückgegriffen werden und der Kreditnehmer ist nicht an ein Kreditinstitut gebunden.

 „Kredite werden über einen langen Zeitraum von durchschnittlich 25 Jahren abgeschlossen, in denen sich die finanzielle Situation durch persönliche Faktoren wie Familienplanung, Renteneintritt oder Scheidung immer wieder ändern kann. Auch temporäre Einflüsse externer Krisen, wie aktuell Covid-19, sollten eine stabil ausgelegte Finanzierung nicht ins Wanken bringen. Deshalb ist zu Beginn eine individuelle Bedarfsanalyse unabdingbar, in der mit dem Kreditnehmer gemeinsam dessen aktuelle Situation sowie die weitere Lebensplanung besprochen werden, damit darauf dann die persönliche Finanzierung optimal ausgerichtet werden kann. Nur so kann für den Kreditnehmer aus der Vielzahl von Produkten der beste Wohnkredit bei der richtigen Bank gefunden werden“, so Kirchmair.
 

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Pfandrecht bei Hypothekarkredit

Ein Hypothekarkredit ist ein Kredit, der durch ein Pfandrecht des Kreditinstituts auf der Liegenschaft besichert ist.

Dabei wird eine Hypothek in das Grundbuch eingetragen.

Das Grundbuch ist ein öffentliches Verzeichnis, in das Grundstücke und die dazugehörigen Rechte eingetragen werden, welches elektronisch in den Bezirksgerichten aufliegt. Die Eintragung der Hypothek in das Grundbuch kostet standardmäßig 1,2 % vom eingetragenen Kreditbetrag. Hinzu kommen meistens noch Kosten für die Nebengebührensicherstellung, die bis zu 30 % der Grundbucheintragung betragen können. Im Falle einer guten Bonität verzichten viele Banken auf die Nebengebührensicherstellung. Insgesamt können also bis zu maximal 1,56 % an Kosten für die Eintragung der Hypothek anfallen. Die Restschuld des Kredites wird im Laufe der Zeit immer kleiner, und so sinkt auch der Wert der eingetragenen Hypothek nach und nach. Dennoch bleibt der ursprünglich eingetragene Wert im Grundbuch eingetragen. Wenn der Kredit abbezahlt ist, dann wird die Hypothek aufgelöst. Dazu bedarf es dann einer sogenannten Löschungsquittung. Die Hypothek kann bei ausgezeichneter Bonität auch schon vorzeitig gelöscht werden, dies hängt aber von dem Ermessen der Bank ab.

Wie Sie sehen, spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle bei der Entscheidung des richtigen Zinsmodells. Ein Online-Kreditrechner bietet Ihnen eine erste Hilfestellung und gibt Ihnen Aufschluss über die Zinsbelastungen bei den verschiedenen Kreditmodellen.

Dr. Michael Posselt
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Zinsmodelle bei Krediten und Hypothekarkredite

Möchten Sie einen Kredit abschließen? Dann stehen Sie zu Beginn vor der Entscheidung, ob Ihre Finanzierung mit fixen oder variablen Zinsen sein soll.

Die Wahl des für Sie richtigen Zinsmodells ist dabei von großer Bedeutung.
Wovon hängt die richtige Entscheidung nun ab? Was ist bei Krediten mit fixen oder variablen Zinsen zu beachten? Das alles erklären wir Ihnen im folgenden Artikel.

Bei einem Kredit mit fixen Zinsen bleiben die Zinsen über einen längeren Zeitraum, maximal 30 Jahre, konstant. Der Fixzinssatz setzt sich dabei aus dem jeweiligen Swap-Satz zuzüglich eines Aufschlags, der sogenannten Marge, zusammen. Falls die Fixzinsperiode kürzer ist als der gesamte Finanzierungszeitraum, dann wird der Kredit nach Ablauf der Fixzinsperiode variabel verzinst. Fixzinskredite sind somit ein gutes Instrument, um sich für einen begrenzten Zeitraum gegen Zinssteigerungen abzusichern. Dies jedoch zu einem höheren Zinssatz als bei variablen Krediten. Außerdem sind die Regelungen, die Sondertilgungen betreffen, bei Fixzinskrediten und variablen Krediten unterschiedlich. Bei Krediten mit Fixzinsperiode müssen Verbraucher bei einer Sondertilgung von mehr als 10.000 Euro pro Kreditjahr mit einer Pönale von max. 1 % für den vorzeitig getilgten Betrag rechnen.

Kredite mit variablen Zinsen orientieren sich hingegen an der Marktentwicklung von kurzfristigen Geldmarktzinssätzen. In Europa ist dies überwiegend der sogenannte Euribor. Da diese Geldmarktzinssätze schwanken, sind variabel verzinste Kredite auch Zinsschwankungen ausgesetzt. Das allgemeine Zinsniveau ist aktuell sehr niedrig, und daher sind die Zinssätze bei variablen Krediten momentan häufig sehr niedrig. Dies kann sich aber schnell ändern, falls in den kommenden Jahren die Zinsen steigen und so die monatlichen Ratenbelastungen auch größer werden. Im umgekehrten Fall, bei zukünftigen Zinssenkungen, könnten Sie als Kreditnehmer bei variabel verzinsten Krediten durch eine Verminderung der Ratenzahlungen profitieren. Falls Ihnen die möglichen Zinsschwankungen nun zu riskant wirken, gibt es bei einigen Banken bzw. Bausparkassen die Möglichkeit eines Kredites mit einer Bandbreite. Dabei verfügt der Kredit sowohl über eine absolute Zinsunter- als auch über eine -obergrenze. Des Weiteren können, im Gegensatz zu Fixzinskrediten, bei Krediten mit variablen Zinsen zusätzliche Tilgungen während der Laufzeit unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist von maximal sechs Monaten jederzeit kostenfrei getätigt werden.

Wenn Sie also keine Sorgen haben möchten, dass Zinsen ansteigen und eine bessere Planbarkeit genießen wollen, dann ist ein Kredit mit fixen Zinsen für Sie die beste Lösung. Angenommen Sie sind jedoch risikofreudiger und wollen von den aktuell niedrigen Zinsen profitieren, dann ist ein Kredit mit variablen Zinsen für Sie eine nachvollziehbare Wahl. Weiters würden Sie, wenn Sie in Zukunft freiwerdende Vermögensteile erwarten (z.B. ein Erbe), diese als Sondertilgung in einem Kredit mit variablen Zinsen günstiger einbringen können.
Kurzfristige Privatkredite ohne hypothekarische Besicherung werden in der Regel mit einem variablen Zinssatz abgeschlossen. Wenn ein Kredit für einen längeren Zeitraum aufgenommen wird, dann benötigt das Kreditinstitut dafür eine entsprechende Sicherheit, meist in Form einer Immobilie oder Liegenschaft, und dann spricht man von einem Hypothekarkredit.

Dr. Michael Posselt
Fachgruppenobmann Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol
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Angst ist das größte Risiko

Steigende Aktienkurse verunsichern Anleger.

Doch die Angst vor einem neuerlichen Crash verhindert die Partizipation am langfristigen Aufschwung.

Während die Wirtschaft angesichts der Auswirkungen der virusbedingten Krise darbt, steigen die Aktienkurse. Für den Großteil der Anleger und Sparer ist dies nicht nachvollziehbar und schürt Ängste vor einem weiteren Crash. Dabei ist das größte Risiko an den Börsen, den Aufschwung zu verpassen, so Dr. Michael Posselt, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol.

Nicht nur angesichts mangelnder Alternativen ist das Abstoßen von Aktien und Aktienfonds das Riskanteste, was man tun kann. Denn: „Um seine langfristigen Anlageziele zu erreichen, benötigt man in den allermeisten Fällen Renditen, die nur am Aktienmarkt oder mit anderen unternehmerischen Beteiligungen zu erzielen sind“, so Posselt. Auf Jahresbasis erreichten US-Aktien seit 1925 eine Rendite von rund 10 Prozent per anno. Anleger vergessen dabei immer wieder, dass darin bereits alle Rückschläge enthalten sind. Einem Bärenmarkt auszuweichen, kann die Rendite natürlich beflügeln, aber der häufigere und größere Fehler ist es, den Aufschwung zu verpassen. Ein Anleger, der Anfang 1988 10.000 US-Dollar in den S&P 500 investierte, erzielte bis Ende 2019 etwa 256.000 US-Dollar, was einer Rendite von rund 10,2% p.a. entspricht. Hätte er nur die 10 besten Tage dieser langen Zeitspanne versäumt, würde der Betrag auf etwa die Hälfte sinken, nämlich 128.000 US-Dollar. Das entspräche aber immer noch einer Rendite von rund 8 Prozent. Verpasst man die 20 besten Tage, so sinkt der Ertrag weiter auf  80.000 US-Dollar. Jedoch immer noch eine schöne Summe und deutlich mehr, als man am Sparbuch „verdient“ hätte, weiß Posselt.

Fazit: Daher sollten Anleger und Sparer nicht aufgrund kurzfristiger Schwankungen aus ihren Anlageprodukten aussteigen. Schon gar nicht aufgrund eines gerade erlebten Abschwungs, denn die größten Anstiege werden zumeist gerade nach großen Kursrückgängen erzielt. Auf kurzfristige Schwankungen durch einen Abbau des Aktienbesitzes zu reagieren, verringert das Risiko nicht. Im Gegenteil. Es erhöht sogar das Risiko, seine Anlageziele nicht zu erreichen. Erfolgreiche Anleger kämpfen nicht gegen unvorhersehbare Schwankungen und Ängste vor unvermeidbaren Kursverlusten am Aktienmarkt an, sondern akzeptieren sie als Preis für die hohen Renditen, die sie benötigen, um ihre Ziele zu erreichen. Im besten Fall nutzen sie Kursrückgänge zu günstigen Einstieg oder Nachkauf betont der Anlageexperte.

Dr. Michael Posselt
Fachgruppenobmann Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol
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Anleger verpassen Mega-Erholung!

Bulle oder Bär? Wer gewinnt das Duell? Bislang haben die Bullen klar die Nase vorn.

Trotz trübster Konjunkturaussichten klettern die Börsenindizes weltweit weiter nach oben. Eine Überhitzung liegt nahe, die Kurse aber könnten noch weiter steigen, meint Fachgruppenobmann Michael Posselt. Anleger könnten so wieder einmal eine günstige Einstiegsgelegenheit verpassen.

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft in eine Krise ungeahnten Ausmaßes gestürzt. Gleichzeitig schwingen sich die Börsen nach einem kurzen, heftigen Crash zu einer historischen Erholung auf. Auf den ersten Blick ist schlicht kaum zu begreifen, was da gerade an den Märkten passiert.
In den USA ist die Arbeitslosenquote im April mit knapp 15 Prozent auf den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1948 gestiegen. Jerome Powell, Chef der amerikanischen Notenbank, warnte jüngst vor langfristigen Schäden. Im zweiten Quartal, so schätzt die FED, könnte das Wachstum um bis zu 30 Prozent einbrechen. An der Wall Street jedoch sorgen solche Zahlen inzwischen für keine großen Grübeleien mehr. Der Nasdaq100 hat mit 9.658 Punkten zu Beginn der Woche sogar ein neues Allzeithoch markiert. Damit hat der Tech- fokussierte Index ausgehend von seinem Crash-Tief Mitte März innerhalb von zweieinhalb Monaten fast 40 Prozent an Wert zugelegt. Auch der S&P 500 klettert munter zurück in Richtung Vorkrisenniveau. Gerade einmal zehn Prozent sind es noch, die fehlen.

Maximale Erholung wird Realität
Auch in Europa sieht es nicht viel anders aus: Hatten sich die Börsen in Europa bis vor kurzem noch um Zurückhaltung bemüht, kennt auf einmal auch der Dax kein Halten mehr. In sieben Handelstagen hat Deutschlands Leitindex einen Sprung um insgesamt zehn Prozent nach oben gemacht. „Die maximale Erholung wird Realität“, fasste es Andreas Büchler von Index Radar zusammen. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sieht den Dax in „Sieben-Meilen-Stiefeln“ laufen. „Das ist nicht mehr nur Hoffnung und Optimismus, das ist Euphorie“, schrieb der Experte. Nach der jüngsten Rally halte er den Dax zwar für überhitzt, abgesehen davon spreche jedoch nichts gegen eine Rückkehr auf 13.795 Punkte – den Höchststand aus dem Februar vor dem globalen Ausbruch des Coronavirus.

Gleichzeitig werden freilich auch die warnenden Stimmen lauter, die gern von einer verfrühten Erholung sprechen, da das ganze Ausmaß der Krise längst noch nicht absehbar sei. Diese Rufe hallen nun allerdings seit Wochen umher und haben der Rally an den Märkten keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Sie könnten Anleger um historisch günstige Einstiegschancen gebracht haben, meint FDL-Sprecher Michael Posselt. Inzwischen stellt sich schließlich schon die Frage, ob die oft prognostizierte, zweite und große Verkaufswelle tatsächlich noch kommt. Sicher gäbe es viele gute Gründe dafür. Aber eben auch einige, die dagegen sprechen, so Posselt.
 

Warum die Erholung am Aktienmarkt kein Ende finden könnte

1. Die Angst etwas zu Verpassen
Jeder Tag mit steigenden Kursen, dürfte unter Anlegern und Investoren die Angst weiter anfachen, die Rally zu verpassen. Besonders große Fonds und institutionelle Investoren geraten mangels Alternativen zunehmend unter Druck, sitzen sie doch auf hunderten Milliarden Dollar, die investiert werden wollen. Kleine Rücksetzer werden so schnell zur Kaufgelegenheit, ganz getreu dem Motto: Das größte Risiko ist es nichts zu tun. Eine ausgeprägte Abwärtsbewegung hat es so schwer. „Solange Anleger immer wieder von Neuem versuchen, sich gegen den Trend zu stellen, können die Kurse weiter steigen“, so Posselt.

2. Der Blick in die Zukunft
Hinzu kommt: Während im März der kurzfristige Schock alles überlagerte, Ängste nährte und große Unsicherheiten heraufbeschwor, blicken Anleger wieder auf die langfristigen Perspektiven. Und die bessern sich - nachdem Regierungen und Notenbanken überall auf dem Planeten in den Whatever-it-takes-Modus geschaltet haben - mit jedem Tag, an dem es Lockerungen im globalen Lockdown gibt. Gelingt es, das Virus zurückzudrängen, dürfte sich die Wirtschaft vergleichsweise zügig ankurbeln lassen. So gesehen erscheinen manche Aktien nach den Kursverlusten im März umso günstiger. Besonders die Krisenverlierer haben eine Menge aufzuholen und werden umso interessanter, je deutlicher die Zeichen auf eine wirtschaftliche Erholung hindeuten.

3. Der Glaube an die digitale Revolution
Die größte aller Stützen in dieser Krise ist jedoch der Glaube an die digitale Revolution. Die Coronakrise hat digitale Trends zweifellos beschleunigt, manchen gar erst zum echten Durchbruch verholfen. Und so flüchteten Anleger in den vergangenen Monaten in Scharen in die großen Tech-Werte. Und die bewiesen mit ihren jüngsten Zahlen und Prognosen eindrucksvoll, dass sie realwirtschaftlich erfüllen können, was an Erwartungen in ihren Papieren steckt. So kommen sie nicht nur vergleichsweise gut durch die Krise, sie profitieren in vielerlei Hinsicht von der Pandemie. Die Kurse der fünf wertvollsten Unternehmen im S&P 500 – Apple, Amazon, Alphabet, Facebook und Microsoft – sind im Jahresverlauf um zirka zehn Prozent gestiegen. Die restlichen Aktien des Index haben zusammengenommen rund 13 Prozent verloren. Die genannten fünf Tech-Riesen machen inzwischen aber 20 Prozent des S&P 500 aus. Damit sind sie zu einem großen Teil für die Kursentwicklung des Index verantwortlich und lassen ihn weit besser dastehen, als das bei einer anteilig gleichen Gewichtung aller 500 gelisteten Unternehmen der Fall wäre.

4. Die Entkopplung der Börse von der Realwirtschaft
Der wohl alles entscheidende Faktor für die furiose Erholung an den Weltbörsen ist die Entkopplung von Börse und Realwirtschaft. Aufgrund der hohen geld- und fiskalpolitischen Interventionen sind die Börsen nicht länger eine Reflektion der tatsächlichen fundamentalen Rahmenbedingungen. Man könnte das als großes Warnsignal verstehen, um sich aus Aktien zurückzuziehen, doch es passiert ganz offensichtlich das Gegenteil, was wohl daran liegt, dass dieser Zustand noch eine ganze Weile lang andauern könnte, so die vorherrschende Meinung an den Börsen. Dass sich die Märkte zuvorderst am Wirtschaftswachstum orientieren, könnte Vergangenheit sein. Schon vor dem Ausbruch des Coronavirus waren es die ultralockere Geldpolitik und die damit einhergehenden niedrigen Zinsen der Notenbanken, die das Geschehen an den Märkten dominierten. Fed, EZB und Co. sorgten so für Liquidität und nahmen Anlegern gleichzeitig die Alternativen. Im Zuge der Viruskrise hat sich all das noch einmal verstärkt. Die Zinsen beispielsweise werden nun aller Voraussicht nach über Jahre hinaus in der Nähe ihres gegenwärtigen Niveaus verweilen. Hinzu kamen weitere billionenschwere Hilfspakete – allein die Bilanzsumme der Fed ist von 4,2 Billionen Dollar Anfang März auf inzwischen rund sieben Billionen Dollar gestiegen. Hinzu kommen die ebenfalls billionenschweren Rettungspakte auf fiskalpolitscher Seite. Dieses Geld, das zuvorderst bei Großanlegern und Konzernen landet, will investiert werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund dieser Ausgaben die Schuldentragfähigkeit der Länder weiter strapaziert wird, was wiederum – vor allem mit Blick auf den Euro – die Sorgen um eine Geldentwertung antreibt. Das tut übrigens auch die Aussicht auf mittelfristig steigende Inflationsraten - bei weiter niedrigen Zinsen. Und so weiß Groß- wie Kleinanleger schlicht nicht mehr wohin mit dem Vermögen. Es bleiben „sichere Häfen“ wie Gold oder eben Aktien. Nicht unwahrscheinlich, dass sich so auf Dauer eine Blase an den Märkten auftürmt, der jegliche realwirtschaftliche Unterfütterung fehlt. Wie bedrohlich das ist, bleibt abzuwarten. Wie schließlich soll eine solche Blase platzen, wenn alternative Anlagemöglichkeiten fehlen. Und so könnte es passieren, dass es sich Anleger zunehmend gemütlich machen in dieser Bubble, was die Kurse immer weiter antreiben würde. Nicht umsonst gilt der jüngste Anstieg an den Börsen schon jetzt als die meistgehasst Rally aller Zeiten.

Dr. Michael Posselt
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Geldanlage aktuell – „In Gold We Trust“

Das aktuelle Umfeld ist ideal für Gold und Silber.

Während Gold bereits im Vorjahr haussierte, hinkt Silber noch hinterher, bietet demnach aber noch mehr Potential. Michael Posselt, Fachgruppenobmann und Josef Schwaninger, Edelmetallexperte haben den aktuellen „In Gold We Trust“-Report der Goldexperten Ronald Peter Stöferle und Mark Valek gelesen und zusammengefasst.
Im Rahmen einer via Web übertragenen Online-Pressekonferenz präsentierten die Autoren Mark Valek und Roland Stöferle vom Liechtensteiner Vermögensverwalter Incrementum AG ihren „In Gold We Trust Report“. Die mehr als 300 Seiten starke Analyse ist weltweit renommiert und wurde vom Wall Street Journal zum „Goldstandard aller Goldstudien“ geadelt.
Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Krise ist Gold wieder in aller Munde, wir befinden uns in einer neuen Phase des Bullenmarktes, beschreibt Stöferle die aktuelle und zukünftige Entwicklung. In jeder Währung – bis auf den US-Dollar – befindet sich Gold aktuell nahe oder auf dem Allzeithoch. Auf Euro-Basis haussierte Gold im Vorjahr um 22,7 Prozent und seit Jahresbeginn beläuft sich das Plus auch schon wieder auf 18,4 Prozent (Stand 26.05.2020). Die Goldhausse nahm also schon vor der Corona-Krise Fahrt auf, seit Ausbruch der Pandemie stieg das Interesse für Gold aber weiter an. ETFs verzeichneten Rekordzuflüsse, renommierte Investoren wie Paul Tudor oder Ray Dalio (wieder- )entdeckten ihr Faible für Gold. Aber auch große Vermögensverwalter erhöhten im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Goldbestände in ihren Portfolios. Kleinanleger, die sich nach Ausbruch der Krise mit Goldmünzen oder Barren eindecken wollten, mussten vertröstet werden, so Posselt. Nicht nur für sie könnte Silber – gemeinhin als „das Gold des kleinen Mannes“ bezeichnet, interessant sein, ergänzt Beraterkollege Schwaninger. Während Gold in den letzten Monaten haussierte, blieb Silber weit(er) hinter der Goldpreisentwicklung zurück. Dadurch erhöhte sich die Gold-Silber-Ratio, die im langfristigen durchschnitt bei etwa 1:30 liegt (d.h. für eine Unze Gold bekommen sie 30 Unzen Silber) auf bis zu 1:124. Sollte diese Ratio nur auf einen Wert von 1:60 zurückkommen, müsste sich Silber im Preis verdoppeln, so Schwaniniger. Hinzu komme dann noch die Entwicklung des Goldpreises, so der Experte.

Wie wird sich die Corona-Krise auf den Goldpreis auswirken?
Die Frage, die aktuell viele Investoren bewegt ist, wie wirkt sich die Corona-Krise auf den Goldpreis aus? Eine Konsequenz: die Verschuldung der Staaten steigt dramatisch. „Mit der Coronakrise ging in den allermeisten Staaten die fiskalische Disziplin verloren. In den USA war die budgetäre Situation in den vergangenen Jahren bereits bedenklich. Jetzt aber brechen alle Dämme. Die Finanzierung durch der Defizite durch die Druckerpresse ist ein hervorragendes Umfeld für Gold“, so Stöferle.
Laut einer aktuellen Umfrage in der Schweiz hat Gold heuer erstmals Aktien als beliebteste Anlageform verdrängt. Sieben von zehn Befragten schätzen Gold als sichere Geldanlage und rund die Hälfte glaubt, dass Gold im Preis weiter steigen wird. „ In Zeiten großer Verunsicherung und Marktvolatilität gibt es oft einen Ansturm auf das Edelmetall und das ist jetzt in der Corona-Krise nicht anders. Aber auch weitere Gründe sprechen für einen nachhaltigen Aufwärtstrend“, so Posselt. Gold hat einen inhärenten Wert, den die meisten anderen Rohstoffe nicht haben. Andere Rohstoffe sind im Wesentlichen nur wenig Wert – wie es etwa erst kürzlich beim negativen Ölpreis deutlich wurde -, es sei denn, sie werden später in wertschöpfenden, nützlichen Produkten verarbeitet. Trotz des jahrtausendelangen wirtschaftlichen Fortschritts und (oder gerade wegen) der Entwicklung moderner Fiat-Währungen behält Gold seinen Glanz als wertvolle Absicherung. Nicht umsonst lagern die Zentralbanken des 21. Jahrhunderts keine Öl-, Kupfer- oder Eisenreserven in ihren Tresoren: sie besitzen Gold, so Posselt.

Angst vor Inflation und Geldentwertung
Nicht zuletzt lässt die Angst vor einer schleichenden oder auch abrupten Geldentwertung viele Anleger in Gold flüchten. Gold behält seinen Wert, auch wenn die Kaufkraft der Währungen abnimmt. Und dies werde unweigerlich passieren. „Angesichts der steigenden Schulden werden die Regierungen einen starken Anreiz haben, die Inflation zu erhöhen, um so zumindest einen Teil der Schulden weg zu inflationieren. Darüber hinaus werden sie durch weiterhin niedrige Zinsen und Konjunkturprogramme versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln. Dies macht Gold zusätzlich attraktiv, da der Preis für das Halten von Gold (Gold bringt naturgemäß keine Zinsen) niedrig, der reale Ertrag (im Sinne des Erhalts der Kaufkraft) aber hoch ist,“ ist Posselt.

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Tirol Fachgruppe Finanzdienstleister
FGO Dr. Michael Posselt
M 0664 4109504
finanzdienstleister@wktirol.at

 

Report:
Der vollständige "In Gold We Trust-Report 2020" kann über die nachfolgenden Links kostenlos als PDF-Dokument heruntergeladen werden:
-) Extended Version (350 Seiten) -) Compact Version (100 Seiten)
Die weiteren Highlights beziehungsweise Kernaussagen des diesjährigen Reports haben wir Ihnen nachfolgenden zusammengestellt:

Die geldpolitische Normalisierung ist gescheitert
Das Scheitern der geldpolitischen Normalisierung hatten die Autoren in ihrer Vierjahres- Prognose im In Gold We Trust-Report 2017 als wahrscheinlichstes Szenario formuliert. Das Goldpreisziel von >1.800 USD für Jänner 2021 befindet sich in Reichweite.

Das Coronavirus ist der Brandbeschleuniger der überfälligen Rezession
Wir durchleben aktuell die ausgeprägteste wirtschaftliche Kontraktion seit 90 Jahren. Die schuldeninduzierte Expansion in den USA kühlte sich bereits seit Ende 2018 ab, die Gold- Analysten hatten bereits im Vorjahr vor sich verdunkelnden Rezessionswolken gewarnt. In Gold gemessen hat der US-Aktienmarkt seinen Höchststand bereits vor über 18 Monaten erreicht.

Die deflationären Kräfte sind aktuell stark
Zentralbanken greifen auf immer extremere Mittel zurück, um trotzdem ein steigendes Preisniveau zu erzwingen. Maßnahmen wie MMT, Helikoptergeld oder Yield Curve Control werden – zusätzlich zu QE und weiterhin niedrigen Zinsen – früher oder später implementiert werden. Eine engere Verschränkung von Geld- und Fiskalpolitik scheint wahrscheinlich.

Zentralbanken stecken bei künftiger Inflationsbekämpfung in der Zwickmühle
Aufkeimende Inflationsrisiken werden aufgrund der Überschuldung nicht mit spürbaren Zinserhöhungen bekämpft werden können. Die Realzinsen werden auf lange Sicht negativ bleiben, was für weitere Goldpreisanstiege ein hervorragendes Fundament gewährleisten sollte. In einem mittelfristig inflationären Umfeld werden neben Gold auch Silber und Minenaktien reüssieren.

Die Schuldentragfähigkeit gerät an ihre Grenzen
Die fiskalischen Stimuli in schier unvorstellbaren Dimensionen bergen die Gefahr, die Schuldentragfähigkeit vieler Länder zu überfordern. Staatsanleihen werden als sicherer Hafen zunehmend in Frage gestellt werden. Gold könnte vermehrt diese Rolle einnehmen.

Anbruch einer neuen währungspolitischen Weltordnung
In der angebrochenen Dekade sind richtungsweisende währungs- und geopolitische Umbrüche zu erwarten. Gold wird in der neuen währungspolitischen Ordnung als staatenlose Reservewährung wieder eine bedeutende Rolle spielen.

Neue Gold-Allzeithochs sind nur eine Frage der Zeit
Die Frage lautet nicht, ob der Goldpreis in US-Dollar ein neues Allzeithoch erreichen wird, sondern wie hoch dieses ausfallen wird. Die Autoren sind davon überzeugt, dass sich Gold im Laufe dieser Dekade als ertragreiche Anlage erweisen wird und für Stabilität und Sicherheit im Portefeuille sorgen wird.
Das proprietäre Bewertungsmodell der Autoren weist bei konservativer Kalibrierung einen Goldpreis von 4.800 USD am Ende dieser Dekade aus.
Sollte sich das Geldmengenwachstum ähnlich inflationär wie in den 1970er-Jahren entwickeln, ist laut den Autoren bis 2030 ein Goldpreis von ca. 8.900 USD denkbar.

Ertragsmotoren beachten

Das Coronavirus stellt unser Arbeits- und Privatleben komplett auf den Kopf.

Finanzthemen spielen in diesen Wochen zumeist nur eine Rolle, wenn es um den Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes oder die Einkommenssicherung geht. Die private und betriebliche Pensionsvorsorge hat da nur selten Platz. Das ist verständlich aber nur richtig bei jenen, die ihre „Sparpläne“ bereits unter Dach und Fach gebracht haben, vorzugsweise mit Investmentfonds.

Die Geldanlagen mindern das Anlagerisiko, indem sie das Veranlagungskapital auf eine Vielzahl von Einzeltiteln streuen. Sie werden professionell gemanagt oder folgen streng einem gewählten Index. Das schützt den Anleger aber nicht vor Wertverlusten, wenn die Krise der Portfoliotitel in den Keller rauschen, wie wir es derzeit erleben. Selbst wenn die Einbrüche groß sind, ist das jedoch per se kein Grund, die langfristige Veranlagungsstrategie über den Haufen zu werfen. Denn so berauben Sie sich der Ertragschancen, die im Turnaround an den Aktienmärkten schlummern, der sich früher oder später einstellen dürfte. Das zeigen die Erfahrungen aus vergangenen Finanzkrisen. Nur wer sowieso bereits über den einen oder anderen Fondswechsel nachdenkt, findet jetzt den richtigen Zeitpunkt, diese Überlegungen abzuschließen. Ein Vermögensberater kann dabei helfen, sofern er sein Handwerk beherrscht, sprich sich im Fonds-Dschungel zurechtfindet.

„Sale“ an den Aktienmärkten

Wer hingegen seine Vorsorge-Aktivitäten noch nicht beendet hat, ist dennoch gut beraten, diese nun fortzusetzen. Der Grund liegt auf der Hand. Die starken Verwerfungen an den Kapitalmärkten haben dazu geführt, dass viele Vermögenswerte unter ihren tatsächlichen Werten erhältlich sind. Es herrscht sozusagen „Sale“ an den Aktienmärkten. Und wie beim Einkaufen ist nicht alles gut, was günstig ist, aber manches qualitativ hochwertiges „Schnäppchen“ ist schon zu haben. Sie müssen es nur finden, weshalb sich auch hier ein fachkundiger „Einkaufsberater“ auszahlt. Unter besseren Vorzeichen können Sie dann gar nicht starten! Entscheiden Sie sich dabei, für ein monatliches ratierliches Sparen, brauchen Sie sich auch nicht mit der kaum lösbaren Frage des richtigen Einstiegszeitpunktes beschäftigen. Es stellt sich nur die Frage, ob Sie der Fondssparplan oder die Fondspolizze besser ans Vermögensziel bringt?

Bei Veranlagungszeiträumen von 15 und mehr Jahren wie sie für die Pensionsvorsorge typisch sind, empfiehlt sich gewöhnlich der Abschluss einer Fondspolizze. Und wer einen ungezillmerten Tarif wählt, belastet gerade die ersten Veranlagungsjahre nicht unnötig mit Abschlusskosten. Zudem werden Fondswechsel bei langen Zeiträumen wahrscheinlicher – spätestens, wenn der Ruhestand ins Blickfeld rückt. Ein solcher Austausch von Ertragsmotoren ist bei Fondspolizzen steuer- und kostenfrei möglich, während dies bei Fondssparplänen richtig teuer werden kann.

Doch ganz gleich, ob das Vermögensziel langfristig via Fondspolizze oder mittelfristig via Fondssparplan erreicht werden soll: Erfolgsentscheidend ist auch die Wahl der passenden Ertragsmotoren. Deshalb lohnt es sich, einen Berater einzubeziehen, der die Qualität der angebotenen Fonds beurteilen und prüfen kann, ob deren Ausrichtung zum Kunden passt. Dann braucht es vor allem Geduld und ein wachsames Auge, falls die Ertragsmotoren nicht wie erwartet laufen!

Interessanter Kommentar von
Kay Schelauske
zum Thema Vorsorge

April 2020: Corona Virus sorgt für extreme Marktvolatilität.

Was Anleger jetzt beachten sollten.

Die Angst vor der Ausbreitung des Corona-Virus sorgt für große Verunsicherung an den Börsen und lässt die Kurse in den Keller stürzen. Der Instinkt vieler Menschen die eigenen Investments angesichts der allgemeinen Verunsicherung zu verkaufen ist verständlich, sinnvoll ist er nicht, so Dr. Michael Posselt, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol. Kapitalanleger befanden sich in den letzten Jahren in einer komfortablen Situation.

Rückblickend sind die Kurse die meiste Zeit gestiegen. Dabei sind Rücksetzer an den Börsen ganz normal und unvermeidlich. Manche Börsenprofis bezeichnen sie sogar als das Salz in der Suppe, ohne die ihre Gewinne deutlich geringer ausfallen würden, so Posselt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Standard & Poor´s 500 Composite Index, der im Zeitraum von 1950 bis 2019 in der Regel mindestens einmal im Jahr um zehn Prozent gesunken ist. Alle sechs Jahre verzeichnete er sogar einen Rückgang von mindestens 20 Prozent. Bislang folgte jedoch auf jeden Abschwung eine Erholung und der Index kletterte auf ein neues Hoch. Seit dem letzten Tiefstand nach der Finanzkrise im März 2009 stieg der S&P und schloss Ende letzten Jahres mit einem Plus von 451 Prozent – das entspricht einer jährlichen Rendite von 17,1 Prozent pro Jahr. Einen Teil dieser Gewinne hat der Index nun wieder abgegeben. Das ist ein durchaus beängstigendes Gefühl, aber der aktuelle Ausverkauf hat ihn (respektive die Anleger) nicht den Großteil der Gewinne der letzten elf Jahre gekostet, sondern lediglich 20 oder 25 Prozent. Auch wenn die jüngsten Verluste schmerzen, sieht die Sache in diesem Kontext natürlich ganz anders aus, und auch wenn die aktuellen wirtschaftlichen Aussichten tatsächlich wenig Grund zur Hoffnung geben, so Posselt.

Aber noch einen Ratschlag gibt der erfahrene Börsenprofi allen Anlegern mit: Investieren sie nur Geld, das sie wirklich lange Zeit nicht benötigen und auf das sie (bei zwischenzeitlich unvermeidbaren Kursrückgängen) auch emotional verzichten können. Und setzen sie nicht alles auf eine Karte, investieren sie breit gestreut in verschiedene Anlageklassen – Aktien, Anleihen (auch wenn die Zinsen dort derzeit sehr niedrig sind), Immobilien (auch wenn die Preise bei uns vor der Haustür und vielerorts sehr hoch sein mögen) und Gold. Sollten die Märkte einmal nicht in die erhoffte Richtung laufen, so können sie so Abwärtsbewegungen abfedern und das Depot stabilisieren. Und was sie weniger verlieren, wenn es nach unten geht, brauchen sie am Weg nach oben auch nicht erst wieder aufzuholen. Im Idealfall behalten sie auch immer eine Investmentreserve oder bauen sich diese laufend auf, damit sie in solchen Phasen wo alle (das ist natürlich nicht korrekt, weil an der Börse braucht es wie an jedem freien Markt immer Käufer und Verkäufer, die sich gegenüberstehen und ihren Tausch zum vereinbarten Preis abwickeln) verkaufen, günstig zukaufen können. Um sich selbst zu überlisten, ist auch ein regelmäßiger Sparplan eine gute Sache, so Posselt.

In diesem Sinne - bleiben sie ruhig und investiert, dann werden sie die Früchte ernten, wenn sich die Wolken auflösen und die Sonne wieder scheint.

Dr. Michael Posselt
Fachgruppenobmann Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol

April 2020: Börsenturbulenzen erfordern bedachtes Handeln!

Corona-Virus und deren Folgen für die Wirtschaft

Die Angst um die Ausbreitung des Corona-Virus und deren Folgen für die Wirtschaft hat auch die internationalen Kapitalmärkte erfasst und die Kurse in den Keller stürzen lassen. Vom Virus betroffen sind dabei alle Anlageklassen, egal ob Aktien, Gold oder Rohstoffe.

In dieser schwierigen Phase gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und die Lage und Aussichten sachlich zu analysieren. Nur wenn sie dann zum Schluss kommen, dass Unternehmen jetzt und auch nach der Bewältigung dieser Krise weniger als die Hälfte (der österreichische Leitindex ATX, aber auch der DAX und viele weitere internationale Aktienindizes, in denen die größten börsennotierten Unternehmen eines Landes zusammengefasst sind, sind seit Jahresbeginn um bis zu 50 Prozent gefallen) wert sind, sollten sie diese Titel verkaufen. Andernfalls wären sie gut beraten, wenn sie dies nicht tun, sondern im Gegenteil die Gelegenheit nutzen und diese Aktien jetzt kaufen beziehungsweise ihre bestehenden Investments dort aufstocken.

Ähnliches gilt auch für Öl, das auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Nur wenn sie der Meinung sind, dass wir – respektive die Wirtschaft – den Rohstoff in Zukunft nicht mehr benötigen werden, ist der aktuelle Preis, der weit unter den Produktionskosten praktischer aller Erdölproduzierenden Länder und Verfahren liegt, gerechtfertigt. Wenn das nicht so ist, wird allein die dadurch entstehende Verknappung wieder zu deutlichen Preissteigerungen führen.

Für viele überraschend ist von der aktuellen Verlusten auch das bislang als sicherer Hafen geltende Gold betroffen. Auch hier gilt es besonnen zu analysieren und mit Bedacht zu handeln. In vielen Fällen waren es institutionelle Anleger und automatisierte Handelssysteme, die auch aufgrund der Verluste in anderen Anlageklassen zum Verkauf von Gold gezwungen wurden, was den Preisrückgang bewirkte. An den langfristigen Kaufgründen für das Edelmetall hat sich nichts geändert. Nur wenn sie glauben, dass Gold in Zukunft seine Rolle als sicherer Hafen und alternative Währung verlieren wird, sollten sie kein Gold in ihrem Portfolio halten. Andernfalls nutzen sie auch hier die günstigen Preise für einen Einstieg.

In diesem Sinne. Bleiben sie gesund und investiert!

Dr. Michael Posselt
Fachgruppenobmann Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol

November 2019: Zinscrash verbilligt Wohnkredite dramatisch.

Kreditnehmer können auch bei bestehenden Finanzierungen von der aktuellen Situation dauerhaft profitieren.

Die bereits seit zwei Jahren anhaltenden Zinssenkungen gingen an vielen bestehenden Kreditnehmern spurlos vorbei. Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Tirol, Dr. Michael Posselt hat sein Stellvertreter Christoph Kirchmair erklären die aktuellen Entwicklungen am Markt und erläutern, wie Neukunden, aber auch Kunden die bereits einen Kredit haben, jetzt davon profitieren können.

Optimale Zeit, Kredite zu optimieren
Geht es nach Christoph Kirchmair, dann ist in sehr vielen Fällen genau jetzt der richtige Zeitpunkt um bestehende Finanzierungen zu überprüfen. Eine Optimierung oder Neustrukturierung muss für den Kreditnehmer natürlich immer eine Verbesserung darstellen. Diese liegt nicht zwangsläufig in einer Verbesserung der Kreditkondition, sondern auch anderweitige Motive wie z.B. die Reduktion von Risiken, mehr Flexibilität bei der Rückzahlung, die Erhöhung der monatlichen Liquidität etc. können dabei wichtig sein. In den meisten Fällen kommt es aber tatsächlich auch zu einer echten Kostenersparnis, die nicht selten die Höhe eines Kleinwagens erreicht.
Zusätzlich kann sich die individuelle Situation - höheres Einkommen, Steigerung des Immobilienwerts, mehr Sicherheiten usw. - seit der Kreditvertragsunterzeichnung geändert haben. “Diese Verbesserungen der persönlichen Situation sind in bestehenden Kreditverträgen zumeist gar nicht eingepreist, sodass oft noch wesentlich mehr Geld gespart werden kann”, so Michael Posselt.

Zinsen erneut im Sinkflug
Im 2. Quartal 2019 ereignete sich ein regelrechter Zinscrash, der durch eine weitere Auflockerung der Geldpolitik in den USA und in Europa hervorgerufen wurde. Dies führte vor allem bei langjährigen Fixzinsbindungen zu noch günstigeren Konditionen. Zudem herrscht unter den Banken ein großer Wettbewerb und jede Bank versucht durch Mehrwerte wie attraktive Konditionen sowie interessanten Produktlösungen Marktanteile zu gewinnen.  

IWF-Chefin Christine Lagarde wird ab November 2019 neue EZB-Präsidentin. Das verspricht eine weiterhin expansive Geldpolitik in Form von niedrigen Zinsen und weiterhin negativen Refinanzierungssätzen. Betrachtet man die Zinsen im Vergleich zu vor 7 Jahren, dann haben die Zinsen schon seit längerem den Boden erreicht! Nichtsdestotrotz erleben wir gerade in den letzten Monaten immer weitere Zinsreduktionen. Natürlich ist diese Tendenz sehr erfreulich, da der Zinsaufwand immer geringer wird. Das ist für viele verlockend. Allerdings sollte dies auch ein Alarmzeichen sein und Grund genug, um jetzt das niedrige Zinsniveau zu nutzen und auf Sicherheit zu setzen. “Sicherheit kann man sich jetzt zu wirklich sehr attraktiven Konditionen kaufen!” erklärt Christoph Kirchmair.

Aktuell gibt es laut Kirchmair für Finanzierungskunden ein außergewöhnliches Zeitfenster um extrem günstige Fixzinssätze auf 15 oder 20 Jahre zu vereinbaren. Die Kostenunterschiede für ein und dieselbe Finanzierung sind beachtlich. Wichtig ist, dass man über einen extrem guten Marktüberblick verfügt und genau weiß, welche Kreditinstitute derzeit die besten Konditionen bieten. So haben bestimmte Banken bereits auf die Marktentwicklung reagiert hat und andere noch abgewartet. Die Marktbedingungen ändern sich also laufend. Posselt empfiehlt deshalb einen unabhängigen Wohnbau-Finanz-Experten als Berater. Dieser agiert dabei stets im Auftrag des Kunden und bietet die notwendige Expertise.
Posselt betont, dass für einen Wohnungs- oder Hauskauf aus Zins-Sicht momentan ein sehr guter Zeitpunkt ist. Für Personen mit bestehenden Krediten ist es derzeit ebenso interessant, diese hinsichtlich Einsparungspotential zu überprüfen. Ein gewerblicher Vermögensberater, der sich auf Finanzierungen spezialisiert hat, ist für eine Evaluierung besonders geeignet. Dieser arbeitet unabhängig und vertritt die Interessen seiner Kunden gegenüber Banken.

Infina ist Österreichs größter unabhängiger Kreditexperte und hat allein im ersten Halbjahr 2019 mehr als 350 Millionen Euro an Wohnkrediten an mehr als 100 Banken in Österreich und Deutschland vermittelt.

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Oktober 2019: Lohnt sich sparen heute noch?

Eine gute Frage angesichts niedriger Zinsen und vielfältiger Risiken.

Die Basis für den langfristigen Vermögensaufbau stellen Aktien und Unternehmensbeteiligungen dar. Nur damit kann man direkt an der wirtschaftlichen Entwicklung partizipieren. Wie hoch dieser Anteil genau sein soll, hängt von der persönlichen Situation ab, der Größe des Geldbeutels oder des bereits vorhandenen Vermögens bzw. des Anlagehorizonts. „Dieser sollte immer sehr lange sein, im besten Fall bis über das Lebensende hinaus. Eine Aufteilung in verschiedene Assetklassen (Aktien, Immobilien, Gold) macht aus Risikoüberlegungen durchaus Sinn, schmälert aber in den meisten Fällen die Rendite“, weiß Michael Posselt, Fachgruppenobmann der Fachgruppe Finanzdienstleister in der WK Tirol und Fachverbandsobmann-Stellvertreter in der WK Österreich.

Taktische Überlegungen erfordern umfangreiche, gut ausgewählte und gut interpretierte Informationen und sollten im besten Fall professionellen Beratern oder Vermögensverwaltern übertragen werden. "Die langen Wellen der Konjunktur" Die Wirtschaft entwickelt sich in Schüben. Darauf hat schon der sowjetische Wissenschaftler Nikolai Kondratjew 1926 in seinem Aufsatz „Die langen Wellen der Konjunktur“ hingewiesen. Sie entwickelt sich demnach in langen Konjunkturwellen, die aus einer lange andauernden Aufstiegsphase und einer kürzeren Abschwungphase bestehen. Ausgangspunkt für jeden Aufschwung sind innovative Entwicklungen, die zu einem Paradigmenwechsel in der Wirtschaft und damit verbundenen innovationsgetriebenen Investitionen führen. Diese verändern oft ganze Wirtschaftszweige und führen die Wirtschaft insgesamt auf ein höheres Produktivitätsniveau – disruptive, also zerstörerische, Entwicklungen für einzelne Wirtschaftszweige miteingeschlossen.

Die Börse, als Spiegelbild der Wirtschaft, reflektiert diese Entwicklungen – oft auch verstärkt. Dabei lösen sich Zuversicht, Hoffnung oder auch Gier und Angst ab. Diese menschlichen Emotionen sind aber zumeist schlechte Ratgeber für den langfristigen Vermögensaufbau. Dieser erfordert vielmehr Geduld, Disziplin und Vertrauen in die getroffenen Entscheidungen. Nur so kann man von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren und sein Kapital langfristig vermehren – heute und auch in der Zukunft. 

Kurz- und mittelfristige Kapitalanlage vs. langfristigen Vermögensaufbau Auch wenn die kurzfristigen Renditen für viele Anleger und Sparer angesichts niedriger Zinsen derzeit äußerst mager ausfallen, so tut dies der positiven Entwicklung auf lange Sicht hin keinen Abbruch. Wenn man sich die langfristige Entwicklung verschiedener Börsenindizes anschaut, so weisen auch diese oft lange andauernde Seitwärtsphasen auf, in denen keine Gewinne erzielt worden sind. Entscheidend ist die länger andauernde Entwicklung und diese weist bislang immer in eine Richtung, nämlich nach oben. Leider kommen aber viel zu wenige Sparer und Anleger in den Genuss der damit verbundenen Gewinne. Dies liegt vor allem daran, dass viele Menschen der Versuchung des schnellen Geldes nicht wiederstehen können und anstatt auf lange Zeit zu investieren in der kurzfristigen, spekulativen Geldanlage ihr Glück versuchen. Das ist menschlich durchaus nachvollziehbar und teilweise auch der Finanzindustrie geschuldet, die dieser Mentalität entsprechend, mit immer neuen Produkten auf Kundenfang geht. Dabei sind viele Produkte nicht von vorneherein schlecht, nur nehmen sie den Menschen auch die Motivation zum nachhaltigen Vermögensaufbau. „Solche Produkte sollten immer nur für die kurz- und mittelfristige Kapitalanlage verwendet werden und können niemals den langfristigen Vermögensaufbau oder auch die Vorsorge ersetzen“, ist sich Fachgruppenobmann Michael Posselt sicher.  

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September 2019: Open Banking: Novellierte Zahlungsdienstrichtlinie ab 14. September in Kraft

EU-Richtlinie eröffnet Banken neue Geschäftsfelder, Finanzdienstleister agieren als optimale Schnittstelle.

„Open Banking bietet Finanzdienstleistern die Möglichkeit, nicht nur über Produkte und Prozesse innovativ zu sein. Mittels Open Banking kann das eigene Geschäftsmodell zudem durch neue Partner und Finanz-Ökosysteme erweitert und so optimiert werden. Denn Open Banking ist weit mehr als Payment Services Directive (PSD2)“, erklärt Michael Posselt, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister in der Tiroler Wirtschaftskammer.

Bislang kennen Kunden im Zusammenhang mit der neuen Richtlinie im besten Fall die neuen, harten Kundenidentifikationsverfahren. Diese sollen das Bezahlen im Internet zwar sicherer machen, sind auf den ersten Blick aber vor allem eines: umständlich und mit teilweise erheblichem Umstellungsaufwand verbunden. Maximal unbeachtet und unkommentiert bleibt aber, was alles tatsächlich hinter den Neuerungen steckt. Die neue Richtlinie soll mehr Bequemlichkeit und Möglichkeiten für den Kunden schaffen sowie neue digitale Geschäftsfelder eröffnen. Die Bank, respektive das Bankkonto, wird zum persönlichen Assistenten in Geldangelegenheiten. Es sucht nach günstigeren Anbietern für Strom oder Internet, schlägt ein Lokal fürs Abendessen oder den Business-Lunch vor und reserviert auch gleich einen Tisch oder ordert das Taxi dorthin – und begleicht - wenn sie wollen - auch gleich die Rechnungen. Sollte das Geld einmal knapp werden, oder eine größere Anschaffung anstehen, so wird der Kreditantrag umgehend gestellt und bewilligt – oder abgelehnt.

Die Smartphone App zeigt es sofort an. Das alles kann die Hausbank natürlich nicht alleine anbieten. Basis ist eine Schnittstelle über die die Bank – natürlich nur auf Kundenwunsch bzw. mit dessen Zustimmung – Kontodaten und -bewegungen für Drittanbieter zugänglich macht, die daraus individuelle, auf die Person zugeschnittene, Angebote basteln.  „Doch nicht alles was auf den ersten Blick so phantastisch klingt, ist auch gut für den Kunden“, so Michael Posselt, Obmann der Finanzdienstleister in der Tiroler Wirtschaftskammer. „Schon heute geben wir über Kundenkarten und im Internet allzu leicht sehr viel von uns preis. Die Folgen daraus sind aber nicht nur maßgeschneiderte Angebote, sonder auch ein oft übermäßiger Konsum derselben, was zu Zahlungsschwierigkeiten, der Aufnahme von Konsumkrediten bis hin zur Überschuldung führen kann“, so Posselt. Aber auch für die Bank- und Geldgeschäfte an sich ortet Posselt Gefahren. „Geldgeschäfte sind immer eine große Vertrauenssache und hier spielt das Gefühl und der persönliche Kontakt eine entscheidende Rolle. Auch wenn es einmal nicht so läuft, ist man gut beraten, wenn man einen persönlichen Ansprechpartner hat, so der Finanzberater. In diesem Sinne sollte man sich immer sehr genau überlegen, wem man seine Daten anvertraut und ob man diese auch zur Weitergabe an Dritte freigibt.“    

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März 2018: Hat die Zinswende begonnen?!

Tiroler Finanzdienstleister sehen Fixzinskredite auf dem Tiefstand, Swap-Sätze steigen an

Derzeit stürzen sich Kreditnehmer in Österreich auf Fixzins-Angebote, die ein neues Tief erreicht haben. Grund dafür, ist laut Finanzexperten, der verschärfte Wettbewerb der Banken. Noch belässt die EZB den Leitzins bei 0,0 Prozent. Doch die Zinsen werden auf längere Sicht steigen und eine entscheidende Wende bringen.
So günstig wie vor eineinhalb Jahren war Schuldenmachen noch nie – das dachten die Österreicher zumindest. Denn wer 2016 einen langfristigen Kredit mit einer Effektivverzinsung um die 2,5 Prozent aufgenommen hat, war sich sicher, dass die Bedingungen nicht besser werden können. Ein großer Irrtum, wie sich mittlerweile herausgestellt hat: Mitte 2016 fielen die Kreditzinsen weiter, wie der aktuelle Kredit-Index des Kreditmaklers Infina zeigt.

Kredit mit Fixzinssatz am Tiefpunkt
Laut Christoph Kirchmair, Fachgruppenobmann-Stellvertreter der Tiroler Finanzdienstleister, steht ein Umbruch kurz bevor: „So günstig wie im Moment wird es einen Kredit mit Fixzinssatz in Zukunft nicht mehr geben. Mittel- und langfristig gesehen muss die EZB die Leitzinssätze anheben, denn tut sie dies nicht, führt die Flutung der Märkte mit billigem Geld in geraumer Zeit zur Inflation. Wenn die EZB ihrer Hauptaufgabe, eine Inflation im Euroraum verhindern, gerecht werden will, müssen die Zinsen steigen.“ Gemäß dem quartalsjährlichen Barometer ist Anfang 2018 der Effektivzins, den österreichische Banken für einen langfristigen Kredit verlangen, auf 2,33 Prozent gefallen – der tiefste Wert der ab Anfang 2015 vorliegt. Damals lag der Durchschnitt bei 2,93 Prozent effektiv. Im Vorquartal, im Oktober 2017, waren es 2,42 Prozent. Zudem ist auch der Nominalzins, den die Banken veranschlagen von 1,97 Prozent (Stand Oktober 2017) auf 1,89 Prozent (Stand Jänner 2018) gesunken. Die Basis für die Berechnung bildet ein Kredit über 100.000 Euro mit 25 Jahren Vertragslaufzeit, davon die ersten zehn Jahre fix verzinst.

Kampf um Wohnbau-Kreditkunden – fix verzinste Kredite weiterhin im Trend
Für Christoph Kirchmair spielt der Wettbewerb unter den Instituten eine tragende Rolle für diesen Rückgang. In elf Monaten des vergangenen Jahres stieg in Österreich das für Wohnbauzwecke an private Haushalte vergebene Volumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 22 Prozent auf 16,04 Milliarden Euro. „Die steigende Nachfrage nach Immobilien, kontinuierlich niedrige Zinsen und das Streben nach Eigenheim sind hierfür Triebfeder“, ergänzt Kirchmair. „Dies zeigt aber auch, dass die Banken Immobilienkredite forcieren, woraus ein verschärfter Wettbewerb in Bezug auf die Konditionen hervorgeht.“ Somit befinden sich langfristig fix verzinste Kredite weiterhin im Aufwind. Es besteht nach wie vor kaum ein Unterschied zu einem variabel verzinsten Kredit – im Gegenteil, die Differenz ist sogar wieder geringer geworden. Ein variabler Kredit mit Anbindung an den Euribor ist derzeit im Schnitt effektiv mit 1,57 Prozent verzinst im Vergleich dazu 2,33 Prozent für zehn Jahre fix. Mitte 2016 waren es variabel 1,58 Prozent versus 2,51 Prozent fix. Dem Infina-Index zufolge ist die Fixzinsbindung umso vorteilhafter,  je länger die Laufzeit der Zinsbindung.

Zinswende steht vor der Tür – Swap-Preise gestiegen
2018 – das Jahr der Zinswende ist angebrochen. Dies zeigen aktuelle Entwicklungen in Sachen Geldpolitik. „Alles deutet darauf hin, dass die EZB bis Ende 2019 nicht nur Anleihenkäufe einstellen sowie den negativen Einlagezins auslaufen lassen, sondern auch erste Leitzinserhöhungen vornehmen wird“, berichtet Fachgruppenobmann Dr. Michael Posselt. Gegen Ende des letzten Quartals haben sich darüber hinaus die Konditionen merklich verteuert.
 
„Von Mitte Dezember 2017 bis Beginn Februar 2018 stieg der für 10-jährige Fixzinsbindungen relevante zehn-Jahres-Euro-Swapzinssatz von 0,78 Prozent auf beachtliche 1,10 Prozent. Der 15-jährige Swapsatz, der im Dezember 2017 bei 1,15 Prozent lag, stieg im Februar 2018 auf 1,42 Prozent. Dafür verantwortlich sind zum einen die starke Konjunktur im Euroraum, zum anderen Spekulationen über die Konstellation der neuen Führungsspitze der EZB, nach Ende der Amtszeit von Präsident Mario Draghi Ende Oktober 2019“, führt Posselt weiter aus. „ Die kurzfristigen Euribor-Sätze blieben hingegen weiterhin im negativen Terrain. Dies wird sich vermutlich auch nicht vor dem ersten Quartal 2019 ändern.“ Erst dann wird die EZB mit hoher Wahrscheinlichkeit den derzeit negativen Einlagezins für Kreditinstitute auf Null anheben.

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Januar 2017: Aktien sind die besseren Immobilien.

Auch wenn die Immobilie bei den beliebtesten Anlageformen immer noch weit oben rangiert, so eignen sich Aktien wesentlich besser zur Altersvorsorge

Auch wenn Immobilien als Anlageform nach wie vor sehr beliebt sind, sprechen aktuell mehr Gründe für Aktien zur Altersvorsorge, so Michael Posselt, Gewerblicher Vermögensberater und Fachgruppenobmann in der Wirtschaftskammer Tirol. Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren in Tirol massiv gestiegen, die Renditen im Gegenzug stark gesunken. Doch ob die Nachfrage auch in Zukunft die Preise weiter steigen lasse, darüber sind sich selbst die Experten nicht einig. „Die Unsicherheit hinsichtlich des zukünftigen Wertes und des Ertrags ist bei einer Anlageimmobilie gestiegen“, so Posselt. Für einen Korb von fair bewerteten Aktien können Anleger auf lange Sicht die Durchschnittsrendite des Marktes erwarten. Diese liegt bei etwa sieben bis acht Prozent pro Jahr. Damit ließe sich das eingesetzte Kapital innerhalb von zehn Jahren verdoppeln, so der Vermögensberater.

Wer bereits seit mehr als zehn Jahren eine Anlegerimmobilie besitzt sollte sich überlegen, diese zu verkaufen. Laut Posselt hat der Nobelpreisträger Robert Shiller in wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass alle Vermögensgegenstände zum langfristigen Bewertungsdurchschnitt zurückkehren. Auf lange Sicht werden Wohnimmobilien bezogen auf den aktuellen Preis daher eine unterdurchschnittliche Rendite erzielen, so Posselt. Dafür spreche auch, dass über kurz oder lang auch die für die Immobilienfinanzierung wichtigen Langfristzinsen wieder steigen werden, so Posselt. Der Preis von Anlageimmobilien könne auch angesichts politischer Diskussion um leistbares Wohnen und demografischer Veränderungen nicht unendlich steigen und eventuell selbst bei andauernder Vollvermietung fallen.

Eine Verdoppelung des Aktienkurses europäischer oder weltweit tätiger Unternehmen ist bei Reinvestition der Erträge hingegen durchaus realistisch, so Posselt. Und das gelte auch bei steigenden Zinsen, denn die aktuelle Bewertung berücksichtigt im Gegensatz zum Immobilienmarkt die niedrigen Zinsen nicht in dem Ausmaß und wirken sich Zinssteigerungen auf diesem niedrigen Niveau nicht unmittelbar negativ auf die Aktienentwicklung aus, da sie ja auch Ausdruck besserer Konjunkturdaten und steigender Inflation sind, so Posselt.

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Januar 2017: Trend zu Teilzeit birgt Gefahr für Pensionen.

Lücke könne aber mit Kapitaleinkünften ausgeglichen werden.

Was bei Frauen Gang und gäbe ist, kommt nun auch beim männlichen Geschlecht in Mode. Immer mehr Männer arbeiten nur mehr Teilzeit. Ihre Zahl wird sich bis 2030 nahezu verdoppeln. Was für viele im Sinne einer Work life Balance durchaus erstrebenswert ist, birgt aber ein enorme Gefahr, wenn es in Richtung Pension geht. Dort wirken sich die durch das niedrigere Einkommen geringeren Beiträge nämlich negativ auf die gesetzliche Altersrente aus. Wer dann auch noch vor dem vorgeschriebenen Pensionsalter mit Abschlägen den Ruhestand genießen möchte, wird um eine private Vorsorge nicht herumkommen, so Michael Posselt, gewerblicher Vermögensberater und Fachgruppenobmann in der Wirtschaftskammer Tirol. Dabei gelte es in den aktiven Jahren mit entsprechendem Arbeitseinkommen einen Kapitalstock aufzubauen, von dem man dann zehren kann, so Posselt.

Was auf den ersten Blick nur schwer möglich erscheint, erläutert der Vermögensberater anhand eines einfachen Beispiels. Wer 20 Jahre lang 200,- Euro in Aktien investiert, kann sich damit bereits eine ansehnliche Summe aufbauen (bei einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent EUR 75.000,- nach Steuern), von der man dann ein Leben lang zehren kann (z.B. EUR 250,- pro Monat ewige Rente bei einer angenommenen Rendite von vier Prozent). Auf das mit der Veranlagung verbundene Risiko angesprochen, wirft der Vermögensberater die Langfristigkeit der Geldanlage ins Treffen. So gleichen sich aufgrund der extrem langen (eigentlich ewigen) Laufzeit und der regelmäßigen Ein- beziehungsweise Auszahlungen die Schwankungen über die Laufzeit aus und machen Verluste geradezu unrealistisch, so Posselt.

Grafik: Risiko-Rendite Radar: http://finanzen.handelsblatt.com/boersenkurse-rendite-risiko-radar

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Der richtige Mix

Wer finanziell gut abgesichert ist, sieht entspannt in die Zukunft.